Wiederaufbau Altstadthäuser in Steckborn

Ein Brand kurz vor Weihnachten 2015 traf das historische Zentrum von Steckborn schwer. Ein wichtiger Teil der Seestrasse – Mittelpunkt des örtlichen Gewerbes – wurde zerstört. Vier historische Häuser, die das Gesicht der Seestrasse prägten, fielen den Flammen zum Opfer. Zwei Gebäude wurden fast ganz zerstört, ein weiteres weist immerhin noch zwei Geschosse auf die instandgesetzt werden können und das vierte Gebäude, ein schmales Riegelhaus, wir auf Wunsch des Besitzers in gleichem Ausmass wieder aufgebaut. Alle vier Liegenschaften waren voll belegt und genutzt, sämtliche Wohnungen voll vermietet, die lokal verankerten Geschäfte funktionierten.

Die einstigen Gebäude erfüllten die Nutzungsanforderungen der Eigentümerinnen und Eigentümer. Es gab keinen Anlass für eine wesentliche Änderung. So orientierten sich die Anforderungen der Bauherrschaften grösstenteils an den ehemaligen Nutzungen. Der Wiederaufbau gibt jedoch die Chance einer Optimierung in den Bereichen Wohnqualität, Erschliessung, Aussenräume, Wirtschaftlich- und Nachhaltigkeit.

Die Häuser die dem Brand zum Opfer fielen sollten wieder aufgebaut werden. Gefragt waren wegweisende Entwürfe für zeitgemässe Altstadthäuser, welche die Ordnungsprinzipien und die prägenden Gestaltungsmerkmale des schützenswerten Ortsbildes von Steckborn respektieren. Im Vordergrund standen die ortsbauliche Einpassung und der architektonische Ausdruck.

Auftraggeberin
Stiftung Ortsbild Steckborn in Vertretung der Grundeigentümer und Grundeigentümerinnen

Verfahren
Projektwettbewerb im offenen, einstufigen Verfahren

Projektpartner
Wettbewerbsbeitrag in Zusammenarbeit mit Baris Ekin Özdil, Zürich (Buero Ada)
Günes Direk, Zürich (Visualisierungen)

Die Lage des Bauplatzes an diesem spezifischen Ort in Mitten der homogenen Bebauung des geschützten Kerns in Steckborn, bietet die einmalige Chance die Parzelle neu zu interpretieren und zu verdichten. Und so ein zeitgemässes Wohnen und Leben inmitten des Dorfkernes zu ermöglichen.

Die geplante Bebauung nimmt im wesentlichen die Grundgrenzen der abgebrannten Häuser wieder auf, und schliesst, die durch den Brand entstandene Lücke. Der komplette Rückbau der stark beschädigten Geschosse auf der Eckparzelle ermöglicht einen grundsätzlichen Neustart, und eine freie Herangehensweise an die Fassade und den Grundriss.

Durch die Eigentumsverhältnisse, die Anforderungen und auch durch den städtebaulichen Maßstab werden hier drei Wohnhäuser entstehen. Obwohl das Volumen zusammenhängend ist werden die drei wiederaufgebauten Häuser als einzelne Gebäude wahrgenommen.

Die Gebäude passen sich in der Höhenentwicklung an ihre Umgebung an, auch gliedern sie sich mittels ihren geknickten Dächern und die einzeln ablesbaren Volumen gut in die Umgebung ein.